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Syria Deeply: Warum sich Monothematik lohnt

Mit großem Interesse verfolgte ich bei der re publica den Vortrag von Lara Setrakian, der Gründerin von Syria Deeply. Sie stieg aus ihrem TV-Job aus und gründete das hyperthematische Portal, das sich ganz mit dem Bürgerkrieg in Syrien beschäftigt. Ihr Ziel: Experten für das Thema sein und so Aufmerksamkeit schaffen, statt sich nur auf kleinen Randnotizen in den hinteren Seiten der Zeitung zu beschränken. Denn, so berichtete Lara, der Konflikt in Syrien bekam in den USA kaum Aufmerksamkeit.

Mit den jüngsten Kämpfen von und gegen den IS hat sich dies drastisch verändert. Viele Medien berichten, das Interesse am Thema ist groß. Während andere Medien sich erst wieder in die Geschehnisse einlesen mussten (vermutlich unter anderen bei Syria Deeply), konnten die Journalisten des Portals einfach weiter machen und auf ihrer bisherigen Berichterstattung aufbauen. Der Traffic stieg rasant an:

Quelle: Similar Web

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Aktuell mit den Kämpfen um Kobane dürfte er noch einmal höher sein. Das zeigt: Ein Thema ist nicht dann vorbei, wenn es nicht mehr so gut klickt. Anders als in einer Zeitung, bei der nun wohl keiner mehr die Ausgaben aus dem August rauskramen wird, können im Netz auch nachträglich noch Themen (wieder) für eine breite Masse interessant werden. Deutlich wird dies vor allem auch, wenn man betrachtet, woher die User kamen. Besonders der Such-Traffic stieg an. Weil Nutzer nach Informationen zu Syrien suchten und diese bei Syria Deeply fanden – aufgrund eines reichhaltigen Archivs und sich dadurch in SEO-Aspekten aufgebauter Bedeutung:

Quelle: Similar Web

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Dies bedeutet aber, dass im Fall von sich entwickelnden Geschichten die Beiträge nicht ständig aktualisiert werden müssen, sondern sehr wohl auch ein „alter Stand“ noch interessant sein kann (Stichwort: „Im August glaubte man noch, das Schlimmste sei vorbei“ oder so). Journalisten sollten sich demnach Gedanken machen, wie man Archive und den „Stand“ eines Berichts gut aufbaut und darstellt. Im Frühjahr in Berlin betonte Lara Setrakian, dass sie und ihr Team sich über diese Dinge viele Gedanken machen – offenbar mit Erfolg. Syria Deeply beweist, wie wichtig auch im Zeitalter der „eierlegenden Wollmilchsau“ noch Experten sind, sowohl in Form von einzelnen Journalisten, als auch in Form von Fachpublikationen.

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Autor:

Andreas ist überwiegend in Hamburg als Daten- und Medienjournalist tätig. Von Oktober 2008 bis Juli 2012 studierte er an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus. Andreas ist Gründer von YOUdaz und initiierte Elbmelancholie.de mit, dessen Redaktion er aktuell leitet. Er beschäftigt sich besonders mit Innovationen im Journalismus, Redaktionsmanagment und journalistischen Start-Ups.

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