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Neue Formen des Journalismus: NowThis News on Instagram

Der Spiegel diskutiert die Zukunft des Journalismus (oder genauer: der Tageszeitung), andere gestalten diese. Wer sich dafür interessiert, wie man neue Medien journalistisch nutzen kann, dem sei ein Blick auf NowThis News empfohlen. Das US-Unternehmen arbeitet mit kurzen Videos, die dazu gedacht sind, viral in sozialen Netzwerken geteilt zu werden. Hinter dem Service stehen unter anderem Kenneth Lerer (Co-Gründer der Huffington Post) und Eric Hippeau (ehemaliger CEO der HuffPo).

Während viele Medien in Deutschland auf Twitter und Facebook, sowie maximal noch auf Google+, lediglich die Links zu ihren Beiträgen posten und das häufig sogar automatisch, zeigt NowThis News auf Instagram, wie schnell ein Medienunternehmen auf neue Dienste reagieren kann.

Seit einigen Wochen kann jeder Nutzer auf Instagram neben Bildern auch 15 Sekunden lange Videos posten. Das tut auch NowThis News, jedoch geht es hier nicht um verwackelte Privatvideos, sondern zum Beispiel um die NSA-Affäre. So postete der NowThis News kürzlich während der Ansprache des US-Präsidenten einen – oder den – „key moment“ in einem kurzen Video. Schnelle Information für unterwegs:

Ein anderes Beispiel sind die W5-Videos von NowThis News. Darin beantworten sie ganz grundjournalistisch die fünf wichtigsten W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Eine klassische Meldung – jedoch nicht im Fließtext geschrieben oder gesprochen, sondern als kurze, 15-sekündige (oder noch kürzere), animierte Grafik. Beim durchscrollen der eigenen Instagram-Timeline wird jeder Follower so schnell und bequem über ein Ereignis informiert.

Auch für nicht-tagesaktuelle Themen funktioniert das. Ein Beispiel dafür ist dieses Video über die Erfolge der Band „One Direction“:

Natürlich ersetzen diese Videos keine Tageszeitung. Natürlich bieten sie keine umfassende, alleinige Informationsquelle. Aber sie bieten eine Möglichkeit Leser/Zuschauer auf einem Kanal zu erreichen, der sonst eher mit Bildern von Sonnenuntergängen, Katzen und Essen aufwartet. Deutsche Verlage sollten sich diese Beispiele gut anschauen und ähnliche, aber eigene Ideen entwickeln. Könnte zum Beispiel Spiegel Online die, wie ich finde, gute Idee des „was morgen wichtig wird“ in ein 15-Sekunden-Video gießen? Vielleicht.

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Autor:

Andreas ist überwiegend in Hamburg als Daten- und Medienjournalist tätig. Von Oktober 2008 bis Juli 2012 studierte er an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus. Andreas ist Gründer von YOUdaz und initiierte Elbmelancholie.de mit, dessen Redaktion er aktuell leitet. Er beschäftigt sich besonders mit Innovationen im Journalismus, Redaktionsmanagment und journalistischen Start-Ups.

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