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Werkstattbericht: Ein narratives Hyperlokal-Projekt entsteht

Mittwochabend, 21 Uhr, in einer Wohnung im gefühlt 100 Stock in Hamburg-Barmbek: das erste Redaktionstreffen von Elbmelancholie beginnt. Elbmelancholie soll ein narratives (Hyper)Lokalblog für Hamburg werden und ist ein Projekt von YOUdaz in Zusammenarbeit mit weiteren Autoren aus der Freien und Hansestadt im Norden. Noch ist das Team klein, aber weitere Blogger, Journalisten und vor allem auch Fotografen sollen hinzustoßen, sobald der Start geglückt ist.

Grundgedanke hinter Elbmelancholie: Anders als in einigen ländlichen Regionen ist in einer Großstadt die Lokalberichterstattung durch die etablierten Medien recht gut abgedeckt. Platz gibt es allerdings im Hyperlokalen. Auf einen Stadtteil, wie etwa altona.info, wollten wir uns jedoch nicht beschränken. Der Gedanke stattdessen: Geschichten erzählen, die das Leben in dieser Stadt bestimmen. Den Puls der Metropole abbilden, weniger nachrichtlich sein, dafür mehr auf Geschichten und Gefühle setzten und Identifikation liefern. Deshalb soll das Blog viele narrative Elemente enthalten.

Die Frage, die bleibt: Wie kann man dennoch einen Nutzwert für die Leser liefern? Eine Frage, die uns weiter beschäftigen wird. Wir hoffen, dass es auch narrativ gelingen wird, neben Anekdoten Dinge abzudecken, die die Stadt bewegen und wenn es gut läuft, sogar selbst welche auf die Agenda zu setzen. Außerdem könnten wir Nutzwert liefern, indem wir Veranstaltungen reflektieren und welche ankündigen.

Ressorts oder keine – und wenn, welche? – war ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung. Möglich wäre es gewesen, location based zu arbeiten, und Geschichten an bestimmten Orten zu positionieren. Wir entschieden uns jedoch dagegen, aus zwei Gründen: Zum einen sehen wir zumindest derzeit keinen großen Mehrwert und zum anderen werden viele unserer Geschichten eben keinen festen Ort haben. Wie mit diesen verfahren, zumal einige Beiträge bewusst „überall spielen können“ sollen.

Stattdessen heißen die Ressorts nun gesehen, gehört, gedacht und gefühlt. Das bringt zudem ein wenig den Inhalt und die Stoßrichtung näher. Sofort klar war für uns jedoch, dass Beiträge in mehreren Ressorts spielen können. Eine starre Einsortierung ist für uns überholt und stammt aus Print-Denken. Online sollte unserer Ansicht nach auf Nachrichtenportalen zum Beispiel eine Meldung, in der Politiker etwas zum Euro sagen, sowohl in der Wirtschaft, als auch der Politik ausgespielt werden. Was wir uns allerdings noch fragen: Finden Nutzer mit der Struktur schnell ältere Beiträge wieder?

Vorschau: So oder so ähnlich könnte die Startseite von Elbmelancholie aussehen

Bleibt die Frage der Optik: Mit einem ursprünglich für Fotoblogs erstellten theme, das wir leicht abgewandelt haben, setzten wir auf starke Bilder. Die werden wir demnach natürlich stets brauchen, weshalb auch die Suche nach Fotografen läuft, die uns Bilder zur Verfügung stellen wollen. Angedacht ist, dass die Aufnahmen eher symbolisch sind und nicht zwingend mit der Geschichte verbunden sind. Das Blog bietet somit im besten Fall auch ordentlich etwas für das Auge. Die Bilder sollen aber nicht nur zu den jeweiligen Beiträgen gestellt sein. Auf der Startseite dienen sie als Navigation. Erst ein Mouseover verrät mehr darüber, was sich hinter dem Bild für eine Geschichte verbirgt. Wir sind gespannt, wie dieses Konzept ankommt. Für die Ressorts haben wir uns von dieser Form der Navigation zunächst jedoch wieder getrennt. Das hatte zum einen organisatorische Gründe, ermöglicht den Nutzern so aber auch eine alternative Navigation.

Starten soll Elbmelancholie gegen Ende August. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, sollte @elbmelancholie auf Twitter folgen. Fotografen und Autoren aus Hamburg, die uns unterstützen möchten, dürfen sich gerne melden, am besten direkt bei Inga oder mir (Andreas) vom YOUdaz-Team.

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Autor:

Andreas ist überwiegend in Hamburg als Daten- und Medienjournalist tätig. Von Oktober 2008 bis Juli 2012 studierte er an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus. Andreas ist Gründer von YOUdaz und initiierte Elbmelancholie.de mit, dessen Redaktion er aktuell leitet. Er beschäftigt sich besonders mit Innovationen im Journalismus, Redaktionsmanagment und journalistischen Start-Ups.

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