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Podcast, DABplus – Das Radio der Zukunft?

Daniel Fiene ist Journalist und moderiert bei DRadio Wissen und Antenne Düsseldorf. Auch im Netz ist er aktiv: Zusammen mit Herrn Pähler macht er das „Was mit Medien. Medienmagazin“. Dorothee Frey, Pascal Tannich und Martin Krauß haben mit ihm in dieser Woche über Podcasting, Radio und deren Zukunft gesprochen.

Das Interview ist eine gekürzte Version des geführten Skype-Interviews. Das vollständige Gespräch gibt es zum Anhören auf dlf50.org.

Herr Fiene, Sie machen Was mit Medien. Was machen Sie da genau? Worum geht es da?

Was mit Medien ist ein Audio-Medienmagazin, das es schon seit Ende 2004 gibt. Wir haben damals beim Campusradio in Münster bei Radio Q zusammen diese Abendsendungen gestartet und mittlerweile sind wir schon bei Ausgabe 268. Zunächst ging es eigentlich hauptsächlich darum, wie man in die Medien rein kommt und wie das funktioniert. Es hat sich aber so weiterentwickelt, dass wir zwar auch diese Fragen beantworten, aber uns jede Woche auch fragen: Okay, was war noch in dieser Woche wichtig? Den Podcast gibt es natürlich schön auf die Ohren, bei uns auf der Webseite, allerdings transkribieren wir viele Interviews noch. Dann haben auch die Leute, die nicht so gerne Audio hören, noch was davon.

Was unterscheidet denn einen Podcast von einer Radiosendung? Können Podcaster mit ihren Live-Streams Radio ersetzen?

Foto: Daniel Fiene

Es ist erst mal natürlich ein ganz anderer Verbreitungsweg. 2007/2008, da gab es so einen richtigen Hype. Es gibt ja immer eine gewisse Aufmerksamkeitskarawane, die durch die großen Medien wandert, und da hieß es eine Zeit lang: Podcasting, das ist das neue Radio. Das ist natürlich völliger Quatsch. Podcasting ist einfach ein Distributionszweig. Das ist eine Technik, die aber dank dieses Hypes viele Hörer kennen und schätzen gelernt haben, sodass das eigentlich eine sehr gute Alternative ist.

Bei uns ist das sogar so, dass wir eigentlich nur wegen des Podcasts bekannt geworden sind. Wir haben in Münster unsere Radiosendung gemacht und die Version ohne Musik dann als Podcast zur Verfügung gestellt. Da haben wir dann natürlich nicht nur die medieninteressierten Leute in Münster erreicht, sondern auf einmal weltweit alle deutschsprachigen medieninteressierten Leute.

Sie moderieren bei DRadio Wissen den Online-Talk. DRadio Wissen sendet nicht, wie die meisten anderen Radiosender, über UKW. Dafür ist er im Internet mit Podcasts präsent. Wie beurteilen Sie diese Strategie?

Diese Strategie ist ja nicht ganz unfreiwillig, das hat wirklich auch medienpolitische Gründe. Aber ich glaube, das ist nicht die schlechteste Strategie. DRadio Wissen muss sich jetzt mit diesen Gegebenheiten auseinandersetzen. Ich glaube, dass sie da einen verdammt guten Job machen, denn im Prinzip ist das schon eine Vorbereitung auf die Radiosender der Zukunft. Diese werden sich viel stärker an gewissen Themenzielgruppen orientieren.

Da die UKW-Technologie immer weniger interessant wird für den Radiomarkt, weil sie in einigen Jahren irgendwann vielleicht sogar abgeschaltet wird, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Ich glaube es geht dahin, dass so ungefähr jeder Livestyle seinen eigenen Radiosender bekommen wird. Das man sozusagen nicht mehr vertikal, sondern horizontal durch die Radiolandschaft denken muss.

Sie haben mal gesagt, dass Radiosender dann besonders gut sind, wenn sie sich speziell an ein Publikum richten. Sehen Sie solche Sender in der deutschen Senderlandschaft?

Ja, ich glaube wenn ein Sender weiß, wie das Lebensgefühl seiner Hörer aussieht, dann ist der Sender wirklich richtig gut. Ein massenkompatibles Konzept hat glaube ich radioeins – radioeins ist eigentlich für Berlin und Brandenburg da. Allerdings sprechen sie ganz eindeutig den Metropolbürger in Berlin an. Das merkt man daran, wie sie Musik machen und wie sie Themen setzen. Also, dass nach Amy Winehouse direkt ein 5-minütiges politisches Gespräch mit irgendeinem Bundesvorsitzenden einer Partei kommt und das auch noch live. Das ist eigentlich total unüblich in einer normalen Pop-Welle, die sonst Amy Winehouse spielen würde. Eine gewisse Metropolklientel in Berlin liebt diesen Sender einfach abgöttisch und ich glaube, das ist auch ein gewisses Zeichen.

Auch Podcasts richten sich ja an ein sehr spezifisches Publikum. Sehen Sie hier eine Parallele?

Absolut und das ja auch nicht ganz unerfolgreich – wenn man sich zum Beispiel anschaut, was da das Team von Bits und so rund um Timo Hetzel macht, der ja mittlerweile sogar von seinem Podcasting lebt. Das ist ein wöchentlicher Mac-Podcast der irre hohe Abrufzahlen hat. So viele Zuhörer haben einige Radiosendungen nicht und die können da richtig von leben. Also, das ist ziemlich spannend. Es ist natürlich eine sehr nerdige Zielgruppe, aber warum nicht? Es funktioniert.

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Autor:

Martin arbeitet als freier Journalist, ist studierter Online-Journalist (B. A.) und beschäftigt sich im Masterstudiengang Medienentwicklung mit der Konzeption von Medien sowie mit der Anpassung von Redaktionsstrukturen. Die Zukunft der Medienlandschaft und des Journalismus gehören zu seinen Interessengebieten, so auch die Integration sozialer Medien in journalistischen Redaktionen. Martin arbeitet seit Oktober 2011 für YOUdaz Media.

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