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Making of: Die Bundesliga-Statistiken

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Den Gedanken, die Bundesliga statistisch auszuwerten, hatten wir bei YOUdaz schon früh, schon bevor wir online waren. Die Bundesliga ist ja nun auch wirklich ein gefundenes Fressen. Statistiken zu Laufwegen, erfolgreichen oder nicht erfolgreichen Trainern, torlosen Minuten oder erfolgreichen Scorern gibt es zu Hauf. Uns war klar: Wenn man sich ein wenig vom Spiel löst und die reinen Ergebnisse mit anderen Informationen in Relation setzt, könnten spannende Geschichten entstehen.

So war es auch. Nun, nach Auswertung können wir zum Beispiel sagen, dass…

  • …es an Werktagen mehr Heimsiege gab als am Wochenende
  • …bei Flutlicht-Spielen weniger Tore fielen als um 15:30
  • …Meister Dortmund etwa 38.500 Fans pro Heimtor benötigte, Tabellenletzter St. Pauli aber 19.500

Oder fragen wir mal folgendes: Wo sind eigentlich die Tore in der zurückliegenden Spielzeit gefallen? Die Antwort:

Überhaupt, wie viel kostete mich als Dauerkarten-Besitzer (billigster Sitzplatz, keine Ermäßigungen) eigentlich ein Heimtor?


Die meisten dieser Statistiken und Zahlen sind freilich Spielerei. Andererseits, was ist Fußball und vor allem Fußball-Berichterstattung sonst?

Wie sind wir vorgegangen? Am Anfang stand ein leeres Google-Spreadsheet, das alsbald mit der Spalte „Spieltag“ gefüllt wurde. Neunmal die 1, dann neunmal die 2 und so weiter. Nächster Schritt: die Spielpaarungen mussten her und zwar mit genauem Spieltag und Anstoßzeit. Diese stellten uns auf Anfrage freundlicher Weise die Macher von bulibox.de als XLS-Datei zur Verfügung.

Für unsere Zwecke war deren Datenmaterial aber nur bedingt brauchbar, denn Wochentag, Datum und Uhrzeit waren in einer Spalte zusammen gefasst. Um die Daten später filtern zu können, mussten wir dies von Hand korrigieren, was einige Zeit in Anspruch nahm. Im gleichen Schritt trugen wir die Ergebnisse ein.

Im Anschluss wurden die Zuschauerzahlen hinzugefügt, die wir der Seite von Borussia Dortmund entnahmen. Die Seite wählten wir, da sie in dieser Hinsicht eine Übersicht pro Spieltag, nicht nur pro Spiel bot und uns somit viel Zeit sparte. Dabei fiel auf: Nicht immer sind sich alle Nachrichtenseiten bei der Zuschauerzahl einig. Wir blieben dennoch bei den Zahlen von bvb.de, weil die Unterschiede nur minimal waren und uns klar war, dass wir am Ende eh gerundete Zahlen verwenden würden.

Auch eine Kategorie für Spielausgang wurde eingefügt, in der Heimsieg, Auswärtssieg oder Remis steht. So konnten wir auch nach diesem Kriterium filtern. Die Gesamtzahl der Tore ließ sich leicht per Formel errechnen. Letzten Endes führten wir noch die Anzahl der Platzverweise hinzu, welche wir kicker.de entnahmen.

Auf jeden Fall haben wollten wir einen Faktor Preis. Der gestaltete sich in der Auswahl als schwierig. Was sollte man nehmen, den billigsten Stehplatz? Wie verfahren mit Top-Zuschlägen und Ermäßigungen? Am liebsten wäre uns freilich gewesen, die genaue Zahl pro Spiel zu haben, die alle Besucher zusammen gezahlt haben. An diese Daten zu kommen, war jedoch ausgeschlossen. Wir entschieden uns für Dauerkarten-Preise und hatten damit direkt doppelt Glück – den diese wurden bereits anderswo zusammengefasst.

Hätten wir mehr Zeit oder mehr Manpower gehabt, hätten wir gerne noch weitere Faktoren einbezogen. Letztlich wurden wir mit dem Datenbestand, den wir nun haben, kurz vor dem 34. Spieltag fertig. Das gab uns Zeit, ein wenig in den da noch unvollständigen Daten zu stöbern und in Kontakt mit ein paar potentiellen Interessenten für die daraus entwickelten Geschichten zu treten.

Am 14.05. Abends musste es dann schnell gehen: Alle Daten zusammengefasst und nach verschiedenen Kriterien ausgewertet. Schnell war klar: Einige Daten geben keine interessante Story her, in anderen Relationen steckt jedoch Potential. Wir überlegten, welche Dinge zusammengehören, und welche für andere Geschichten besser geeignet sind. Und dann ging es daran, diese Geschichten zu erzählen.

Wir hoffen, dass unsere Leser sie mit Interesse und Spaß gelesen haben. Es steckte viel Arbeit dahinter und es gab Momente, da wussten wir nicht, ob wir es rechtzeitig schaffen und andere Momente, da waren Zweifel da, ob wirklich spannendes dabei sein würde. Letztlich haben wir es durchgezogen und zwar erfolgreich. Es war unser erstes größeres Projekt. Weitere, kleinere wie größere, werden folgen.

Am Projekt „BuLi-Stati1011“ waren beteiligt:
Sebastian Eder, Andreas Grieß und Daniel Schmitt, sowie weitere Freunde und Bekannte, die Ideen beisteuerten.

Folgende Artikel sind, Stand jetzt, erschienen:

PS: Für alle Freunde, Bewunderer oder auch Hasser der TSG 1899 Hoffenheim gibt es in Kürze auch noch einen Artikel…

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Autor:

Andreas ist überwiegend in Hamburg als Daten- und Medienjournalist tätig. Von Oktober 2008 bis Juli 2012 studierte er an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus. Andreas ist Gründer von YOUdaz und initiierte Elbmelancholie.de mit, dessen Redaktion er aktuell leitet. Er beschäftigt sich besonders mit Innovationen im Journalismus, Redaktionsmanagment und journalistischen Start-Ups.

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