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The Importance of Being Online

Jochen Mai, Social Media Manager, hat auf der diesjährigen re:publica einen Vortrag zum Thema “Personal Branding Kampagne: Wie der neue Job dich findet” gehalten. Angie Trems und Anja Beseler haben sich vorab mit ihm über seinen Blog “Karrierebibel.de” und das Thema Jobsuche per Social Media unterhalten.

Einen guten Job zu finden ist nicht leicht. Die begehrten Stellen sind oft schnell vergeben und hart umkämpft. Die Möglichkeit, dass der neue Job einen findet, scheint vielen undenkbar. Aber das Personal Branding soll es möglich machen, sagt Jochen Mai. Zu diesem Thema hat er auf der re:publica einen Vortrag gehalten und sich auch schon des Öfteren auf seinem Blog Karrierebibel mit diesem Thema auseinandergesetzt. Der 44-Jährige gilt als einer der Experten in Sachen Jobsuche und Bewerbungen.

Jochen Mai hat 2007 den Blog Karrierebibel gegründet. Inzwischen ist es eines der bekanntesten Portale, auf denen man Tipps rund ums Thema Job finden kann. Auch die neusten Trends zum Thema Bewerbung werden dort erklärt. Im Schnitt über 200.000 Besucher pro Monat verzeichnet der Blog.

“Der Erfolg meines Blogs hat mich wirklich überrascht”, sagt Jochen Mai. Eigentlich war er nur als Ergänzung zu seinem Buch Karrierebibel gedacht, mittlerweile sei er vermutlich erfolgreicher als die Bücher. “Mit den Büchern erreiche ich aber auch viele verschiedene Menschen.”

Das Thema Selbstvermarktung und Jobsuche ist ein sehr spezielles Feld. Den Bezug dazu bekam er während seiner Zeit bei der WirtschaftsWoche. Er war dort bis 2011 Ressortleiter und unter anderem für den Bereich “Management & Erfolg” zuständig. So kam er in das Thema rein, heute weiß er: “Die meisten Menschen wollen Erfolg haben und interessieren sich für Karrieretipps.” Die Tatsache, dass er mit seiner Arbeit viele Menschen ansprechen und ihnen weiterhelfen kann, macht für ihn den Reiz an der Sache aus. Er steht auch im Kontakt mit den Lesern seines Blogs, diskutiert mit ihnen über die Themen und freut sich wenn er hört, dass seine Ratschläge anderen weiterhelfen. “Ich weiß von einigen, dass sie durch die Tipps zu einem neuen Job gekommen sind”, erzählt er.

Dass der Blog erfolgreich ist, beweist nicht nur das Feedback der User, sondern auch die Tatsache, dass Jochen Mai 2009 den Lead-Award für seinen Blog bekam. Er selbst sieht den Grund für den Erfolg seines Blogs “in der eigenen Art mit den Themen umzugehen”. Bei der Auswahl der Themen legt Mai großen Wert auf eine gute Mischung. Er sei immer bemüht, einen originellen Dreh zu finden und sich so von den vielen anderen Karriereportalen abzuheben. Die Themen sollen nicht nur oberflächlich angegangen werden, sondern auch in die Tiefe gehen und trotzdem sollen die Leser die Kreativität und Originalität darin nicht missen müssen. “Für den frischen Wind sorgen viele Gastbeiträge unterschiedlichster Autoren”, führt Mai weiter aus.

Die Aktualität der Themen ist eine der Voraussetzungen für den großen Erfolg des Portals. In den letzten sechs Jahren, seit Bestehen des Blogs, haben viele Entwicklungen auf dem Bewerbungsmarkt stattgefunden. Social Media und Weblogs haben sich etabliert und bieten viele Möglichkeiten, aber auch viele Tücken auf dem Weg zum richtigen Job.

Tipps, wie man sich am besten bewirbt oder sich eine effektive Eigenmarke im Netz aufbaut, gibt es in folgenden Blogbeiträgen von Jochen Mai:

Die Methode des Personal Branding soll es ermöglichen, sich genau so nach außen zu präsentieren, wie man sich das vorstellt. “Man baut sich quasi eine eigene Marke im Netz auf, die man selbst steuern kann”, erläutert Mai das Konzept des Personal Branding. Wer sich zum Beispiel als Experte eines bestimmten Fachgebietes präsentieren möchte, könne das am besten mithilfe eines Blogs tun. Soziale Netzwerke haben im Vergleich zu Blogs nämlich den Nachteil, dass die Aktivitäten auf der Plattform bleiben und die Informationen nicht nach außen dringen. Das Image, das man sich durch einen Blog aufbauen kann, schlage allerdings Wellen im Internet. Man könne aber auch zu einem bestimmten Thema twittern, interessante Artikel verlinken und sich so als Fachmann in diesem Gebiet positionieren. Wer sich in verschiedenen Foren an Diskussionen beteiligt und seine Profile auf unterschiedlichen Plattformen regelmäßig pflegt und untereinander verlinkt, kann sich so gezielt einen Namen machen. Wichtig sei es, Präsenz im Netz zu zeigen.

Die Möglichkeiten, die Soziale Netzwerke bei der Jobsuche bieten, sind allerdings immer noch den meisten unklar, meint Mai. Viele denken, dass Personaler gezielt die Facebook-Seiten von Bewerbern durchforsten oder sich durch dutzende Profile arbeiten. So stimme das aber nicht, stellt er klar. “Fakt ist jedoch, dass die Sozialen Netzwerke zunehmend wichtiger bei der Besetzung freier Stellen werden”, da ist sich Mai sicher. Die entscheidende Rolle hierbei spielen die Bekannten und Freunde. Nehmen wir an jemand postet, er suche einen neuen Job und das liest dann vielleicht die Bekannte eines Bekannten eines anderen Bekannten. Wenn diese Bekannte nun von einer freien Stelle in ihrem Unternehmen weiß und die arbeitsuchende Person darüber informiert, kann die Stelle relativ schnell besetzt werden. “Vitamin B ist also auch hier wieder alles”, erklärt Mai.

Für ihn steckt das Thema Facebook-Recruiting, über das oft diskutiert wird, zurzeit noch in den Kinderschuhen. Da gebe es noch viel mehr Potenzial. Auch was alle anderen Entwicklungen in dem Bereich der Jobsuche mithilfe von Social Media angeht, wäre immer noch viel Innovationspotenzial vorhanden. Vor allem gebe es keinen Stillstand, die Entwicklungen gehen stetig weiter. Eines ist aber sicher: Mai wird die aktuellen Themen auch zukünftig verfolgen und auf seinem Blog vorstellen.

Über die Autorin Anja Beseler:
Anja Beseler studiert momentan an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus und macht in diesem Juli ihren Abschluss. Die Bachelorarbeit, die sie mit Angie Trems schreibt, beschäftigt sich mit Menschen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren.


Über die Autorin Angie Trems:
Angie Trems studiert an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus. Während ihres Studiums hat sie an verschiedenen studentischen Projekten wie DLF 50, Demokratie 21 oder am Fupp-Magazin, einem Magazin mit begleitendem Blog für Kinder, mitgearbeitet.

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