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Kinderkram – kommentierte Netzlese

Auf der re:publica wird nicht nur zugehört, sondern auch diskutiert. Wir wir wollen für eine der vielen Diskussionen ein Fenster in die Web-Diskussion öffnen. Im Beitrag geben wir unseren Senf dazu und laden euch dazu ein, eure Meinung zum Panel „Kinderkram: So nutzen Kids das Web“  hier loszuwerden.

Medienschaffende für Kinder müssen mehr mit statt über Kinder sprechen. Diese Einstellung teilen auch wir. Nicht umsonst haben wir mit unserem fupp-Projekt genau diesen Ansatz verfolgt. So gehen auch die Expertinnen auf dem Podium vor: Sowohl Verena Delius als auch Sarah Pust suchen den Kontakt zu ihrer Zielgruppe und sprechen mit den Kindern. Für unseren Beitrag zur re:publica haben wir nun den Kontakt zu Jugendlichen gesucht, die für uns auch eine eigene Zielgruppe darstellen, die angesprochen werden muss und die eigene Wünsche und Bedürfnisse ans Internet stellt.

So nutzen in unserer Stichprobe die 12 bis 15-jährigen Achtklässler beispielsweise YouTube sehr stark:

– fraglich also, ob diese Gruppe sich durch eine eigene Plattform noch ansprechen ließe. Ein solches Kinder-YouTube würde sich vermutlich aber an Jüngere richten:

Für Grundschüler bietet ein solches Kinder-YouTube also eine Plattform, um Funktionen einer solchen Community und auch Suchmaschine auszuprobieren. Orientiert sie sich dabei am Kinderschutz wie etwa die FSK-Empfehlungen, können die Kinder und ihre Eltern sicher sein, dass sie dort nicht auf gefährdende Inhalte stoßen. Das sollte aber nicht dazu führen, dass Kindern eine heile Welt geboten wird. Wechseln die Kinder dann als Jugendliche zum Marktführer YouTube, sollten sie keine Angst davor haben, Medieninhalte zu finden, die sie überfordern könnten. Wichtiger ist: Die Kinder müssen durch das Kinder-YouTube die Kompetenz entwickeln können, Videos nach ihrem Inhalt zu beurteilen und Inhalte einschätzen zu können. Diese Internetkompetenz können Sie durch Vorbilder erlernen, nicht aber ausschließlich durch behütetes Surfen. Kinder begreifen häufig intuitiv, wie eine App, ein soziales Netzwerk oder eben YouTube funktionieren.

Das dürfen auch Medienschaffende nicht aus den Augen verlieren: Wer Angebote für Kinder produziert, darf nicht vergessen, dass sich viele Kinder und Jugendliche bereits auf Plattformen für Ältere bewegen – auch das ergab unsere Stichprobe (siehe Wortwolke oben). Aus unserer Sicht ist es daher für Kinder- und Jugendangebote wichtig, dass sie diese Themen – soziale Netzwerke und das offene Web – offensiv angehen und nicht „walled gardens“ bilden oder belehrend versuchen, die Kinder zu unterrichten.

„Delius plädiert [dafür], dass die Tendenz Facebook zu verteufeln kontraproduktiv sei. Es gehe nicht nur darum, Alternativen für Facebook zu schaffen, sondern Kindern und Jugendlichen beizubringen, sich auf Online-Plattformen (wie Facebook) kompetent zurechtzufinden, sie [die Kinder (Anm. der Redaktion)][seien] sowieso schon da.“

– hält Tine Nowak in ihrem Live-Blog-Beitrag fest. Petra Tabarelli schließt sich dem an:

„Facebook sollte man Kindern nicht verbieten, sondern vielmehr den richtigen Umgang […] [damit (Anm. der Redaktion)] lehren. Beispielsweise, sie über die Privatsphäre-Einstellungen aufzuklären. Kinder müssen lernen, mit den Gefahren im Netz umzugehen.“

Die Gefahr, dass ihre Kinder auf den sozialen Netzwerken der Erwachsenen zu viel von sich preis geben, dadurch gemobbt oder belästigt werden – daran denken Eltern häufig zuerst. Sie schieben es dann auf die fehlende Medienkompetenz in diesem Alter. Doch:

Auf Stage 6 der re:publica haben am 6. Mai ab 12.15 Uhr fünf Frauen über das Thema Kinder im Web diskutiert. Wir finden es nicht schade, dass keine Männer auf dem Podium saßen. Wofür wir aber einstehen, ist: Kinder sind kein Frauenthema. Die männlichen Medienmacher verspassen was, wenn sie sich nicht mit Medien für Kinder und Jugendliche beschäftigen.

Über die Autoren:

Pascal Tannich

Pascal studiert Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt. Zurzeit schreibt er mit Martin an deren gemeinsamer Bachelorarbeit zum Thema Integration sozialer Medien in öffentlich-rechtlichen Nachrichtenredaktionen. Pascal bloggt privat, für youdaz.com und war an den Projekten dlf50.org und fuppMagazin beteiligt.

Martin Krauß

Martin studiert Online-Journalismus an der h_da, ist Redaktionsleiter bei youdaz.com, bloggt privat und war an den Projekten dlf50.org und fuppMagazin beteiligt. Zurzeit schreibt er mit Pascal an deren gemeinsamer Bachelorarbeit zum Thema Integration sozialer Medien in öffentlich-rechtlichen Nachrichtenredaktionen.

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  2. Pingback: re:publica – 2 mal 3: Verena Delius » YOUdaz.com

  3. Pingback: re:publica – 2 mal 3: Sarah Pust » YOUdaz.com

  4. Internetkompetenz können Kinder und Jugendliche durch Vorbilder erlernen, nicht aber ausschließlich durch behütetes Surfen.

    – Ich greife diese These aus unserem Kommentar 2.0 mal auf und frage in die Runde: Wie seht ihr das denn? Helfen Angebote, wie ein Kinderyoutube, Kindern und Jugendlichen sich im Netz besser zurechtzufinden und medienkompetent mit den Angeboten umzugehen?

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