Die re publica hat auch diese Woche noch die Blogosphäre beschäftigt. Die Frage, welchen Stellenwert das Blog hat und haben soll und wie mehr Vernetzung zustande kommen kann, wurde weiter geführt. Mit unserem wöchentlichen Linksverkehr versuchen wir einen Teil dazu beizutragen. Dieses Mal haben wir Lesetipps zu den Themen Netzneutralität, Afghanistan, Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, Datenjournalismus und Microsoft. Beginnen wollen wir aber mit einem Video, in dem unser Autor Pascal Blut lassen muss – für einen guten Zweck.
Ich wünsche ein schönes Wochenende, Andreas
Daniel, Martin und Pascal haben für ihr aktuelles Semester-Projekt ein Video zum Thema Blutspende produziert.
Andreas sagt: Es lohnt sich reinzuschauen, nicht nur weil pascal bluten muss
Die Niederlande sind der erste Staat in Europa, der die Gewährleistung der Netzneutralität in sein Gesetzbuch aufnimmt. Den Internetprovidern soll zukünftig verboten sein, den Traffic ihrer Nutzer abzufangen und zu analysieren. Nur unter geregelten Umständen sind Ausnahmen möglich.
Martin sagt: Das Internet als neutrale Zone, die Niederländer haben es für sich möglich gemacht. Sympathisch finde ich, dass das Gesetz auch folgendes beinhaltet:
“Moreover, the law includes a provision ensuring that internet providers can only disconnect their users in a very limited set of circumstances. Internet access is very important for functioning in an information society, and providers currently could on the basis of their terms and conditions disconnect their users for numerous reasons.”
Im restlichen Europa kann man sich daran mal ein Beispiel nehmen.
Quo Vadis, deutsche Blogosphäre ? Daniel Rehn fasst zusammen, was auf der re:publica 2012 als Forderung aufkam: Macht mehr Blogs!
Daniel meint: Gute Bestandsaufnahme der “Szene” im Jahr 2012 – diese Forderung nun zu beleben ist aber unser aller Aufgabe. Täglich einen Kommentar in einem Blog abzusetzen – und natürlich den betreffenden Artikel auch gelesen zu haben – ich nehm mir das vor. Mal gespannt, wie lang das zu halten ist.
Andreas findet: Daniel Rehns Fortführung der Gedanken von Sascha Lobo ist sehr lesenswert. Vor allem ist es weiter wichtig, dass Blogs sich untereinander stärker vernetzen und bereit sind, Aufmerksamkeit weiterzugeben. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Blogs, die in der Lage sind, nennenswerten Traffic durch Links weiterzugeben. Ich hoffe, dass ihre Anzahl größer wird und diejenigen, die bereits “groß” sind, häufig über den Tellerrand schauen.
Die re publica als Konferenz gewordene Filter-Bubble
Dieser Beitrag schließt direkt an den zuvor genannten an.
Andreas sagt: Auf der re:publica kam die Forderung nach mehr Blogs auf und hoffentlich auch die nach mehr Vernetzung, die im zuvor genannten Beitrag diskutiert wird. Aber man muss sich auch eingestehen: Die re:publica selbst ist kein Abbild der Blogosphäre, wie häufig angenommen wird. Sie ist auch in einer gewissen Filter-Bubble gefangen. Ich habe überlegt, wie das aufzubrechen wäre.
Riecht ihr das, da stinkt doch was?
Ein Soldat des KSK berichtet vom Afghanistan-Einsatz. Der Deutsche Welle Artikel ist nichts für schwache Gemüter – daher auch im Beitrag nur verlinkt. Hier ein Auszug:
“Zu den schlimmsten Erfahrungen zählt Kreutzer: “Wenn wir auf Ortschaften zugingen, in denen die Taliban uns bekämpft haben und Frauen und Kinder an die Fenster gebunden haben”. Die Aufständischen hätten genau gewusst, wie die Deutschen reagierten: “dass wir uns da lieber zurückziehen und lieber selber draufgehen, bevor wir auf Frauen und Kinder schießen. Da habe ich wirklich Unmenschlichkeit kennengelernt”.
Daniel meint: Erstmals berichtet ein Soldat des Kommando Spezialkräfte von Kriegserlebnissen, die seit Beginn des Einsatzes 2001 zum Alltag gehören. Details, wie sie in fast 11 Jahren Einsatz bisher nicht an die deutsche Öffentlichkeit drangen. Aber die Frage bleibt: warum erst jetzt? Was plant Deutschland für Afghanistan?
Der wahre deutsche Meister heißt Leverkusen
Sascha Venohr analysiert im Open Data Blog auf Zeit Online die Anteile deutscher Spieler an den Einsatzzeiten und Toren der führenden Bundesligisten.
Andreas findet: Spannende Statistik mit gewinnbringender Erkenntnis. Leidersind die Grafiken statisch und nicht interaktiv, dann hätte es mir noch besser gefallen
Neuer Ärger für die Öffentlich-Rechtlichen? Die privaten Radios wollen eine Werbe-Limit
Die Verhandlungen zwischen den Verlegern und den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten über deren Internetangebote sind gescheitert. Jetzt wollen die Privatradios die Werbung in der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz eindämmen. Maximal 60 Minuten in jeweils nur einem Hörfunkprogramm pro Werktag sollen erlaubt sein. Sponsoring sowie lokal- und regionalbezogene Werbung sollen zudem verboten werden.
Martin findet: Die Forderungen eines werbefreien öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist nicht neu. Das sie nun hochkochen, zeigt jedoch, dass die privaten Radiosender mit deutlichen Problemen zu kämpfen haben. Rechnet man die Forderung von maximal 60 Minuten pro Werktag auf eine Sendezeit von 5.00 Uhr bis 19.59 Uhr um, dürften pro Stunde maximal 4 Minuten Werbung gesendet werden. Zudem dürfte diese Werbung nicht mehr lokal- und regionalbezogen sein. Was bleibt denn dann noch an Werbung übrig? Dürfen Unternehmen aus Südhessen, die regionale Werbung buchen wollen, dies dann nur noch bei FFH tun, obwohl die Zielgruppe die Programme des Hessischen Rundfunk hört?
Digitales Mittelalter ohne Firefox und Chrome
Windows 8 RT soll keine anderen Browser als den Internet Explorer erlauben. Mozilla und Google sehen darin ein Rückschritt ins “digitale Mittelalter”.
Andreas denkt: Statt Mittelalter trifft es Renaissancen wohl besser. Wir bewegen uns immer mehr in einer verappte Welt, in der Apple, Google oder eben Microsoft mit ihrem Betriebssystem festlegen, was an Apps (früher sagte man Programmen) darauf läuft, wie man es installieren kann und wo kaufen. Facebook wiederum ist ein ähnlicher Trend zurück zu alten AOL-Zeiten. Das alles sind Feinde einer offenen und gut vernetzbaren Computer-Welt.




