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Linksverkehr KW 15/2012

Nein, wir sind nicht unter einer Lawine von Ostereiern oder Schokohasen verschüttet gegangen. Trotzdem müssen wir zugeben: Die letzte Woche waren wir echt schwach. Inhaltlich haben wir uns nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ein bisschen lag das allerdings doch an Schokoeiern und Familienbesuchen zur Osterzeit. Deswegen geloben wir für die kommenden Wochen Besserung und machen hiermit den Anfang. Diese Woche im Linksvekehr: Warum ihr euch in Zukunft lieber genauer überlegen solltet, welche Inhalte ihr auf Facebook teilt und ob sich unsere weiblichen Leserinnen für Bewerbungsfotos lieber ein bisschen unscheinbarer machen sollten. Außerdem stellen wir euch „shitter“ und ein neues Projekt der TU Darmstadt vor.

Ein schönes Wochenende wünscht euch Katharina.

Schöne Frau, schick besser kein Foto | spiegel.de

Hübsche Frauen werden angeblich seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen als ihre durchschnittlich aussehenden Konkurrentinnen:

Katharina denkt: Als hätten es Frauen im Berufsleben nicht ohnehin schon schlecht genug. Sollte man dann lieber gleich das Foto weglassen oder sich absichtlich ein bisschen unattraktiver stylen?

Wo Papier noch seine Berechtigung hat | tagesschau.de

Wulf Rohwedder von tagesschau.de stellt ein amerikanisch-australisches Unternehmen vor. Dieses druckt RSS-Feeds oder Twitter Feeds auf Toilettenpapier. Ein Feed a 4 Rollen Toilettenpapier kostet 35 Dollar plus Steuern und Versand.

Andreas amüsiert sich: Also manche Twitter-Feeds sind sprichwörtlich für den Arsch. Von daher passt es doch. Einige eitle Blogger-Gestalten hätten zwar vermutlich lieber Tapete statt Klopapier, aber als Geschenkidee ist es doch klasse. Spitze ist übrigens auch der Name des Unternehmens: Shitter. Sehr passend.

Warum Facebook Instagram unbedingt kaufen musste | androidpit.de

Am Montag machte Facebook Schlagzeilen mit der Übernahme von Instagram. In einer Mitteilung von Mark Zuckerberg heißt es:

“For years, we’ve focused on building the best experience for sharing photos with your friends and family. Now, we’ll be able to work even more closely with the Instagram team to also offer the best experiences for sharing beautiful mobile photos with people based on your interests.”

Fabien Roehlinger von Android PIT schlussfolgert aus der Übernahme, dass Facebook mit der Übernahme einen potentiellen Konkurrenten frühzeitig aus dem Weg räumen wollte. Man stelle sich vor Google hätte Instagram übernommen.

Martin denkt: Facebooks Erfolg ist unter anderem auf das Social Sharing von Bilddateien gegründet. An Bildqualität und Funktionalität mangelt es in dem Bereich jedoch beim Platzhirsch. Mit Instagram schafft man sich, wie Fabien Roehlinger schlussfolgert, einen potentiellen gefährlichen Konkurrenten vom Hals. Ob Facebook dadurch jedoch verbessert wird, bleibt abzuwarten.

Spielregeln der Internetökonomie | blogs.hr-online.de

Gemeinsam mit Wirtschaftsmathematikern der TU Darmstadt startet der Hessische Rundfunk ein neues Blog: “Der Preis des Kostenlosen” betrachtet den Handel mit Nutzerdaten im Internet, beantwortet Fragen und will schauen, was Nutzer bereit sind für Kostenloses zu geben.

Andreas denkt: Interessantes Thema. Daraus könnte sicher etwas gutes werden. Ich hab den Feed jedenfalls schon mal abonniert.

Abmahnung wegen Facebook- Foto | hr-online.de

Diese Woche wurde ein Facebook-Nutzer abgemahnt, weil er keine Rechte an dem Foto auf seiner Pinnwand besaß. Dabei wurde dieses Foto gar nicht von ihm eingestellt.

Katharina fragt sich: Wie ist es dann mit YouTube Links und ist meine Seite auch einsehbar, wenn ich sie nur für Freunde zulasse? Im Prinzip dürfte da doch niemand außer meinen Freunden sehen, welche Fotos wie wo und warum gepostet werden. Auf das Urteil bin ich ja sehr gespannt.

Pascal meint: Facebook basiert auf dem Teilen von Werken. Ohne Werke würde Facebook austrocknen und verkümmern. Nicht, dass ich da was dagegen hätte. Facebook wird es aber nicht so weit kommen lassen. Aus Eigeninteresse könnte Zuckerberg also mit seiner Wirtschaftsmacht das Teilen geschützter Inhalte legalisieren. Eins ist sicher, die Angst verklagt zu werden, wird über die Facebook-Sucht der Nutzer siegen.

Martin sagt: Die Rechtssprechung ist hier leider zu undifferenziert. Facebook-Seiten/Chroniken mit selbst erstellten Webseiten gleichzusetzen, verkennt die Eigenschaften eines sozialen Netzwerks.  Im Gegensatz zum eigenen Blog oder der eigenen Seite habe ich bei Facebook nicht die absolute Kontrolle: Ich kann nicht beeinflussen, was zu jedem Zeitpunkt meines Facebook-Lebens auf meiner Pinnwand zu lesen ist, ohne die  soziale Komponente des Netzwerks zu deaktivieren. Setzt sich das durch, dann ist das ein herber Rückschlag für Facebook und Co.

Wer kommt für Stilllegung und Entsorgung der deutschen AKWs auf? | heise.de

Ja, wer bezahlt denn nun?

Pascal meint: Der letzte zahlt die Zeche. Nichts anderes gilt für den Atomausstieg. Da die Energiekonzerne, genauer ihre AKW-betreibenden Tochtergesellschaften die Rücklagen für den Rückbau aber investieren können und nicht für den tatsächlichen Zweck sperren müssen, wird es den Staat treffen. Die Energiekonzerne werden an den Kosten für den Rückbau pleite gehen. Sie werden ihre Insolvenz sauber abwickeln und den Müll, den sie beim Geldverdienen produziert haben, den dürfen wir für teures Geld versorgen. Herzlichen Dank.

Wandel auf den Internetseiten des ZDF| derwesten.de

Eine dapd Meldung ließ gestern viele Online-Journalisten aufhorchen: Das ZDF will die Textmengen auf zdf.de und heute.de massiv herunterfahren. Folgende Zeilen der Meldung sorgen dabei für Unmut:

So werde die Startseite von zdf.de fast keine Texte mehr enthalten, sondern wenige ausgewählte Themen in großen gekachelten Bildflächen. Deutliche Neuerungen wird Gaddum zufolge auch der Internetauftritt der „heute“-Sendung erfahren: „Wir verknüpfen Videotext mit Online.“

Martin sagt: Es ist nicht verkehrt, als Rundfunkanstalt seine Stärken besser präsentieren zu wollen. Ob eine Verknüpfung von “Videotext mit Online” (-Videos) noch als guter Online-Journalismus bezeichnet werden kann? Daran zweifle ich. Als angehender Online-Journalist kann ich mir den Mehrwert, den online bisher beim ZDF geboten hat,  in einer Kombination aus Videotext mit Online nicht mehr vorstellen.
Zudem zeugt der Zeitpunkt und die Art der Ankündigung von wenig Selbstbewusstsein bei den Netzangeboten der Mainzer. Netzpolitik.org zeigt sich zu Recht sehr enttäuscht über die Entscheidung des Zweiten Deutschen Fernsehens. Keiner nimmt dem ZDF wirklich ab, dass die Entscheidung nicht doch etwas mit den Forderungen der Printverlage zu tun hat. Dazu sind die Ankündigungen zu sehr deckungsgleich mit den Forderungen der privaten Verlagshäuser.

Andreas denkt: Natürlich erwischt mich eine solche Ankündigung mitten in meiner Diplomarbeit, wo ich Nachrichtenseiten von öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Zeitungen vergleiche. Eine Erkenntnis darin sei vorweg genommen: Alle Angebote sind Textbasiert, weil die Arbeitsabläufe es bedingen und weil es von den Nutzer stärker nachgefragt wird. Auf tagesschau.de fallen deutlich mehr Klicks auf Texte an, als auf Videos. Das sollte vielleicht auch das ZDF bedenken!

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