Suche
Suche Menü

Linksverkehr KW 14/2012

Kriminelle Energie beherrscht den Linksverkehr in dieser Woche. Neben Link-Handel und staatlicher Spionage hat aber immer noch die Urheberrechtsdiskussion großen Anteil an den Links…und dann ist da noch etwas für die Kategorie “Was will der Autor damit sagen?”.

Frohe Ostern wünscht Pascal.

FTD.de: Qualität im (Online-)Journalismus, die Zweite | juiced.de

Vor kurzem hatten wir im Linksverkehr bereits Daniels Beitrag, in dem es darum ging, dass eine Agentur einen ominösen Linktausch anbot. Sie bot Links von FTD.de als “Bezahlung” an. Daniel ist der Sache weiter nachgegangen. Das Ergebnis: Die Agentur hat offenkundig gekaufte Links auf eine Unterseite von FTD.de geschmuggelt. Die Financial Times hat mittlerweile reagiert und erst einmal den Stecker gezogen.

Andreas sagt: Ich bin froh, dass Daniel in der Sache weiterrecherchiert hat. Wir hatten ihn auch dazu ermutigt. Ein solches Ergebnis hatte er, wie er mir gestand, nicht erwartet. Ich eigentlich auch nicht.

Shady Companies With Ties to Israel Wiretap the U.S. for the NSA | wired.com | James Bamford (englisch)

Die USA werden im Auftrag der NSA von privaten Firmen ausspioniert. Die NSA wächst und wächst. Nun geht die Angst vor israelischen Geheimdiensttätigkeiten innerhalb der USA um. Das Datum 1984 fällt mehrmals im Text…

Pascal meint: Interessant, dass James Bamford den Amerikanern rät der NSA nicht zu trauen, obwohl Amerikaner angeblich nicht ausspioniert werden (wer’s glaubt). Dass Bürger anderer Staaten Opfer der NSA werden, stört wohl kaum einen Amerikaner. Besonders groß scheint die Angst vor israelischem Einfluss auf das Spionieren durch die Behörde und kooperierende Firmen zu sein. Wirklich interessant, wer wo und wann mit wem gearbeitet hat. Warum wir unseren Staaten Geheimdienste überhaupt erlauben, fragt sich nach diesem Text hoffentlich jeder Leser.

Drückerkolonne: Betrug in der Fußgängerzone | faz.net | Benedikt Peters

Junge Leute laufen durch die Fußgängerzonen und wollen einem etwas aufquatschen: Das gibt es immer wieder.

Andreas sagt: Der hier beschriebene Fall ist aber besonders dreist, denn es wird mit Lügen gearbeitet und das nun schon seit geraumer Zeit. In Darmstadt sind mir die “Schülerboten” auch bereits begegnet. Im Artikel spannend finde ich, wie viele doch an der Masche mitverdienen. Das ist womöglich auch ein Grund, warum so wenig dagegen unternommen wird. Einfach nur zu sagen: Selber schuld, wer sich etwas aufquatschen lässt, ist mir zu einfach – immerhin liegt Betrug vor. Außerdem ist das ganze “Angesprochenwerden” für dieses und jenes in Fußgängerzonen mittlerweile richtig nervig. Im beschriebenen Fall der “Schülerboten” würde mich mal interessieren, wie die Menschen angeworben werden, die hier mit falschen Aussagen Leute anlocken. Gibt es eine Schulung? Und wie fühlen sie sich dabei? Vielleicht will mal jemand – zur Not auch anonym – davon erzählen?

Offener Brief an die Contentindustrie | scilogs.de

Anatol Stefanowitsch hat genug von offenen Briefen. Seine Meinungen zur Urheberrechts- und Verwertungsdebatte bringen zwar keine neuen Erkenntnisse. Über seine Äußerungen nachzudenken, lohnt sich aber in jedem Fall.

Pascal sagt: “Zweitens” möchte ich widersprechen, weil ich “Vollzeit-Kreative”, für gesellschaftlich sehr wichtig halte. Musik, Wort und Kunst nur noch als Hobby produzieren zu können, fände ich traurig. Eine Gesellschaft sollte sich Menschen leisten, die beruflich musizieren, schreiben, programmieren, malen, bauen. Diese Menschen sollten nicht nur von ihrer inneren Befriedigung leben müssen, sondern auch Geld für ihr Schaffen erhalten. Das Urheberrecht muss reformiert werden – und zwar zum Wohl der Nutzer und Künstler – nicht zum Wohle von Verwertungsgesellschaften und mächtiger Medienunternehmen. Ob Apple und Amazon statt GEMA und Medienunternehmen aber die richtige Wahl für Kreative sind, wage ich zu bezweifeln.

Unter den 100 Handelsblatt-”Kreativen” sind 47 Manager, nur 26 Kreativschaffende | neunetz.com

Marcel Weiß hat sich die 100 “Kreativen” des Handelsblatt-Aufmachers genauer angeschaut und kaum welche gefunden.

Pascal meint: An solchen Beispielen muss man eine Veränderung unserer Gesellschaft festmachen. Nur wenige Menschen versuchen mit Journalismus Geld zu machen: Das sind nicht die Journalisten, sondern die Medienunternehmer und Verlagsbesitzer/mogule dieser Welt. Bitte, liebe Mitbürger, befreien wir Journalisten und andere Medienschaffende von Einschränkungen wie “Blattlinie”, Verlegermeinung, strategisch-unternehmerischen Zielen – Kulturflatrate NOW! Wenn Meinungsmache als Journalismus daherkommt, fällt das zum Glück noch auf, doch wie lange noch und warum sollten wir das hinnehmen? Einen nichtssagenden Artikel der ZEIT, der einige Äußerungen der “Kreativen” aus dem Handelsblatt zusammenfasst, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Vorratsdatenspeicherung visualisiert: Was Verbindungsdaten alles verraten | netzpolitik.org | Andre Meister

Mal wieder ein schönes Beispiel, wie Daten in Form von Grafiken Themen verständlich machen.

Pascal kommentiert: Der Titel könnte auch heißen: “Verbindungsdaten verraten alles”

Wie Sie im digitalen Dschungel vielleicht irgendwie überleben | Christian Jakubetz

Wohl satirisch gemeint, aber weder produktiv noch unterhaltsam: Ein paar nicht zu befolgende Regeln zur Selbstvermarktung im Netz.

Martin sagt: Christian Jakubetz ist hier seinem eigenen Rat gefolgt: “Bloggen Sie. Irgendwas, aber bloggen Sie.” Ich könnte jetzt noch analysieren zu welchem Typ Blogger sich Jakubetz zählt – er nennt ja drei Arten von Bloggern -, aber das wäre nur ermüdend. Sein Blogbeitrag ist nicht relevant. Jakubetz empfiehlt: “das ungelesene Heft (Wired) zum Altpapier legen”, das empfehle ich für diesen Blogpost ebenfalls.

Pascal wundert sich: Was will uns der Autor damit sagen? Lustig? Nein. Hilfreich? Nein. Kritisch? Nein. Zeitverschwendung, es gelesen zu haben? Leider ja. Außerdem irgendwie abschätzig. Vor allem da er enge Kolleginnen diskreditiert, die wie Ulrike Langer ernstgemeinte Inhalte mit echten Ratschlägen auf genannten Diensten wie Slideshare bereitstellen. Oder habe ich da zu viel kollegiale Nähe von ihm zu Ulrike Langer durch Äußerungen auf Sozialen Netzwerken hinein interpretiert?

Elitär sind auch Aussagen wie: “Man identifiziert Sie über die Kreise, in denen Sie sich bewegen, selbst dann, wenn Sie aus diesen Kreisen noch keinen Menschen jemals in echt gesehen haben sollten.” Und schließlich noch: “Seien Sie gegen ACTA (auch wenn Sie bis jetzt nicht wissen, was das ist), gegen Urheberrechte aller Art, gegen Joachim Gauck und gegen den Zeitungsverlag an sich.” Kritik am Reiten auf Themenwellen? Als Journalist halte ich auch diese Kritik für sehr überraschend – ich hatte bisher den Eindruck “Blattmachen” und “Agenda” seien eben dies: Wellenreiten ;-)

Andreas überlegt: Vielleicht wieder ein Selbstversuch, der zeigen soll, dass das Internet zwar toll, aber nicht so toll ist wie andere behaupten. Wie als der Christian ( ;-) ) versucht hat, einen Job via Twitter und Facebook zu finden.

Ähnliche Beiträge:

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: ZDFonline im neuen Gewand: Mehr Bild, weniger Text » YOUdaz.com

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


4 + = 6