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„Das wird auch immer teurer!“ Den Satz kennt man. Neulich ist er bei mir im Freundeskreis gefallen, als wir von Eisbergsalat redeten. Ich esse gerne einen Salat. Neulich traf mich im Supermarkt jedoch fast der Schlag. 1,79 Euro wollte man dort für einen – sagen wir mittelgroßen – Eisbergsalat. Im Sommer hatte ich doch noch für deutlich dickere Exemplare nur 69 Cent bezahlt, oder irrte ich mich so sehr? Auch anderswo kostet Eisbergsalat derzeit mindestens 1,29 Euro.
Der Preis liegt also bei bis zu 255 Prozent des Niveaus vom Sommer? Ist das noch normal?
Die Antwort: Ja, es ist normal.
Der Preis für Eisberg und Kopfsalat unterliegt einer starken saisonalen Schwankung. Regelmäßig sinkt er zur Mitte des Jahres, während er ab Herbst steigt und meist im Dezember und Januar sein Hoch erreicht. Gelegentlich auch etwas später. In der folgenden Zeitleiste ist das sehr deutlich zu erkennen:
Die Werte sind in Prozent dargestellt, wobei 100% dem Durchschnittspreis von 2005 entspricht.
Die Saisonalen Schwankungen und deren Vergleichbarkeit sieht man auch gut, wenn man die Jahre übereinander legt. Dann fallen vor allem Ausnahmen auf:
So sank der Preis 2005 und 2010 erst deutlich später. 2010 könnte dies durchaus an der lange anhaltenden Kälte mit Schnee bis spät in den Februar hinein gelegen haben. Das hat dann auch dazu geführt, dass Eisberg- und Kopfsalat 2010 im Jahresdurchschnitt vergleichsweise teuer waren. Damit war 2010 aber auch das einzige Jahr, in dem der Durchschnittspreis über dem von 2005 lag:
So viel zum Satz „Alles wird teurer“. Insgesamt ist das nicht ganz falsch: Der Verbraucherpreisindex für Nahrungsmittel gesamt lag im Januar 2012 bei 117,8 Prozent des Durchschnitts-Niveaus von 2005. Aber nicht jede einzelne Sache wird teurer.
Besagter Eisbergsalat zum Beispiel unterliegt normalen Schwankungen. Natürlich muss man abwarten, wie sich der Preis aktuell entwickelt. 1,79 Euro und damit eine Steigerung im Februar zum Januar würden wirklich auf ein Niveau wie 2010 oder höher hindeuten.
Aber es fällt auf: Wir alle scheinen Preissteigerungen sehr sensibel wahrzunehmen, sinkende Preise jedoch eher schnell aus dem Gedächtnis zu verlieren. Es lohnt sich genauer hinzuschauen.
Und jetzt guten Appetit!
Datenquelle für die Diagramme: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2012






1 Kommentar
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Mobilbar Ben
21/02/2012 von 15:52 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Kann ich nicht so bestätigen.
Ich nehme auch Preissenkungen wahr. Vor allem bei Produkten, die man oft konsumiert.
Allerdings kommt das leider selten vor.
Der Trend ist wirklich leider immer nach oben.
Zeitungssterben und Zeitungsteuerung » YOUdaz.com
07/03/2012 von 14:27 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
[...] Jahren 1990 bis 2011 sind jedoch erhoben – vom Statistischem Bundesamt. Wie schon bei meiner Recherche zum Eisbergsalat bemühte ich den Verbraucherpreis-Index [...]