Suche
Suche Menü

Linksverkehr KW 04/2012

Illegale Uploads und illegale Tweets. Ein Buch, dass sich starker Kritik stellen muss und ein Buch, das man per Tweet bezahlen kann. Dies und mehr im heutigen Linksverkehr. Viel Spaß damit, Andreas.

Musiker konnten mit Megaupload Geld verdienen

Marcel Weiß beschreibt auf Neunetz einen interessanten Aspekt zu Megaupload: Künstler konnten mit dem Dienst sehr wohl Geld verdienen. Sind Urheberrechtsverletzungen also nur ein Problem für die alten Gatekeeper und nicht für die Urheber selbst?

Andreas sagt: Interessante ist doch: Man kann mit kostenlos angebotenen Inhalten viel Geld machen. Das wurde auch bei kino.to bereits deutlich. Das Problem ist also weniger die ökonomische Struktur, als der Wille oder das Vermögen der alten Gatekeeper, diese Wege zu beschreiten.

Dieser Tweet ist in deinem Land leider nicht verfügbar

Twitter will länderspezifischen Gesetzgebungen einen Raum geben und öffnet damit womöglich auch Zensurmaßnahmen Tür und Tor. Das zumindest befürchten viele Nutzer. Eine andere Sichtweise gibt es in diesem Artikel im Blog von Zapp (1).

Daniel sagt: Ein kontroverses Thema. So sicher, wie ich mir bin, dass die User auch hier einen Weg finden werden, diese Sperre zu umgehen: Meine Twitteraccounts haben um 0:45 Uhr den letzten Tweet für diesen Tag abgesetzt. “Ich nehme teil am #TwitterBlackout – Protect #FreedomOfSpeech on Twitter Worldwide”. Ich denke: Da wird mühsam an einer Weltgemeinschaft gearbeitet, Ländergrenzen in der EU werden bedeutungslos – und plötzlich sollen genau dort, wo bereits das alles erreicht war, Grenzen gezogen werden? Muss niemand verstehen, oder?

Martin findet: Dass Twitter sich an geltende Gesetze halten will, die nicht nur der amerikanischen Gesetzgebung entsprechen, sehe ich erstmal als Fortschritt. Denn nur so ist gewährleistet, dass dort auch die europäischen oder sogar die deutschen Gerichte bei Rechtsverletzungen oder Verletzung der Persönlichkeitsrechte vorgehen können. Wir beklagen uns doch sonst auch ständig, dass wir über unsere Daten auf den Servern in den USA keine Kontrolle haben. Das könnte sich bei Twitter nun als Konsequenz des angekündigten Schritts ändern.
Dass anders als von vielen Twitternutzern und Journalisten propagiert, nicht ausschließlich die Zensurabsicht im Mittelpunkt der Veränderungen bei Twitter steht, zeigt der Beitrag auf dem zapp-Blog. Es bleibt zu vermuten, dass Twitter sein Revolutionspotential nicht verlieren wird. Die Protestler und Revolutionäre im Nahen Osten, Syrien oder wo auch immer auf der Welt sind schließlich nicht dumm. Sie werden die von Twitter angebotene Lücke im System zu nutzen wissen.

Krautfunding 2.0

Wer sich für Social Payment und Crowdfunding interssiert, sollte hier vorbei schauen. Ansgar Warner präsentiert die zweite Auflage seines Buchs “Krautfunding”. Die PDF-Version gibt es gegen einen Tweet als Bezahlung”.

Andreas sagt: Schönes Übersichtswerk. Und die Bezahlmethode per Tweet gefällt mir ebenso.

Wolf Schneider und Paul-Josef Raue als Bescheidwisser

“Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus” ist seit einigen Tagen über die Bundeszentrale für politische Bildung zu beziehen. Journalismus-Professor Peter Schumacher verweist auf vorurteilsbehaftete Inhalte im neuen Kapitel und zeigt auf, dass sogar das grundlegende journalistische Handwerkzeug (Umgang mit Zitaten, Recherche) im Kapitel Onlinejournalismus wohl keine Anwendung gefunden hat.

Daniel meint: Schade, dass es genug Leute geben wird, die den Einschätzungen allein schon deshalb Glauben schenken werden, weil sie in gedruckter Form erschienen sind. Bisher liegt das Buch unangetastet auf meinem Schreibtisch. Vielleicht bleibe ich bei der alten Version des “Klassikers” und schicke die neue mit Korrekturbemerkungen zurück ;-)

Martin stellt fest: Dass in diesem Buch das Vorurteil von Online-Journalisten geprägt wird, die nur die Texte aus dem Print oder dem Runfunk fürs Web aufpolieren, zeugt von einer Ignoranz gegenüber ganzen Generationen von Journalisten und vor allem auch von Kunden, die das Internet als Informationsquelle nutzen. Der moderne “Online-Journalismus” bietet ihnen im Gegensatz zum weniger beweglichen (Print-)journalismus wenigstens einen Grund, auf das journalistische Angebot zurückzugreifen. Sonst würden die Printverlage doch nicht auf Teufel komm raus ihr Glück im App-Markt versuchen.

Aktualisierung, 03.12.2013

(1) Ursprünglich wurde an dieser Stelle auf die URL: http://zapp.blog.ndr.de/2012/01/27/twitter-verbessert-sich-und-alle-schreien-zensur/ verlinkt. Die Inhalte dieser URL sind aber nicht mehr verfügbar. /mkr

Ähnliche Beiträge:

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


5 + = 7