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Linksverkehr KW 02/2012

Der zweite Linksverkehr dieses Jahres legt seine Konzentration auf (daten)journalistische Aspekte – Beyoncé Knowles und der ewige Streit um existierende Geschlechterunterschiede fehlen aber auch nicht!

Mehr Leidenschaft, weniger Angst

Carolin Neumann beschreibt auf netzwertig.com ihre Vorstellungen und Wünsche vom Journalismus im Jahr 2012.

Andreas sagt: Mehr Datenjournalismus, mehr Social Media, mehr Mut also. Das sind Wünsche, die ich durchaus unterschreiben kann, aber sie haben einen großen Haken und der hört auf den Namen: Arbeitgeber. Neues aufbauen geht nicht ohne finanzielle Absicherung und Neues in bereits bestehenden Strukturen auszuprobieren, nicht ohne das Vertrauen der Alteingesessenen. Social Media-Affine Journalisten (Datenjournalismus gehört übrigens an der Hochschule Darmstadt zum Lehrprogramm) sind vielleicht nicht in Massen vorhanden. Aber es gibt sie, man müsste sie nur machen lassen…

Wie ein Skandal gemacht wird

Vorhersehbar, kaum überraschend und zugleich sehr effektiv. Die Regeln eines Medienskandals sind hier auf 10 reduziert – die Frage nach den Akteuren stellt sich.

Daniel meint: Bekannt war mir diese Broschüre nicht – ich sah daher mehr eine Parallele zur Försterin. Ich vermute nur, dass weniger die Redaktionen diesem Schema folgen, als die Politik. Wo auch immer die Regie sitzen mag: Wenn sie ein und dieselbe Handlung für zuviele Fortsetzungen nutzen, dann wird schon bald einer ihrer nächsten Filme eine große Pleite – man fällt sozusagen auf den Po. Ich würde mir wünschen, wir wären schon bei dem letzten Teil der Reihe. Und vor die Wahl gestellt, würde ich auch eher ein großes Bauunternehmen bevorzugen als eine Protagonistenrolle in diesem Schmierentheater.

Inga erkennt: Diese Regeln zeigen nur allzu deutlich, worum es wirklich bei den Medienskandalen der Politiker geht. Leider scheint es immer wieder zu funktionieren und, anders als Daniel, glaube ich an die immer wieder neue Wiederholung – auch wenn ich die Konsumenten nicht vollends verstehen kann. Ob ich da eine Ausnahme bin…

Die große IVW-Jahresbilanz der News-Sites

Jens Schröder präsentiert die Jahresstatistik für 2011: Wie groß war die redaktionelle Reichweite deutscher Nachrichtenseiten? Es fällt auf: Alle gewinnen an Reichweite. Große Gewinner waren übrigens Zeit Online und n-tv.de

Andreas sagt: Online-Journalismus ist weiter im Aufwind. Interessant jedoch zu sehen, welche Medien zulegen und wer trotz absolutem Wachstum an Marktanteilen verliert. Das ist vor allem Spiegel Online. Die Konkurrenz kommt, wie schon in meinem Kommentar zur SZ dargelegt. Grobe Vergleichswerte zum nicht IVW geführten tagesschau.de gibt es übrigens hier. (Dafür danke an Jens!)

Hühner im Saustall

Der Skandal um multiresistente Keime auf Hühner-Fleisch ging in dieser Woche durch die Presse. Für die SZ hat Silvia Liebrich die Thematik kommentiert und dabei einen interessanten Aspekt ins Feld geführt.

Andreas denkt: Dass die Pharma-Industire und Tierärzte mitverdienen und ein Interesse an Massentierhaltung haben, ist eigentlich logisch. Klar wurde mir dies jedoch erst so richtig nach Lektüre dieses kurzen Kommentars.

Mann und Frau teilen nur zehn Prozent ihrer Charakterzüge

Hartmut Wewetzer stellt mit seinem Artikel die Welt erneut auf den Kopf: Jetzt existieren sie doch, die Geschlechterunterschiede? Gesellschaft und Erziehung kommen gegen die sich in der Evaluation ausgeprägten Persönlichkeitsmerkmale nicht an.

Inga findet: Ob das Ergebnis nun wirklich der Wahrheit entspricht oder nicht – wichtig ist vielmehr, dass in der öffentlichen Gender-Debatte auch mal wieder die Argumentation in Richtung der Unterschiede geht. Denn ganz so gleich sind wir ja auch nicht immer, oder?

Die Diva unter den Bremsen

Eine bisher unbenannte Pferdebremse bekommt Beyoncés Namen. Bryan Lessard von der australischen Insektensammlung in Canberra meinte, das auffällige Hinterteil habe ihn dazu inspiriert.

Pascal fragt: Wen von den beiden trifft diese Benennung härter – und wofür werden auf dieser Welt bitte Forschungsgelder eingesetzt?

Interview: Roger de Weck [Audio]

In Deutschland gibt es die Debatte um die Tageschau App. Der Streit zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den privaten Verlegern gibt es jedoch auch in der Schweiz. Pascal Tannich und Martin Krauß haben den Generaldirektor der SRG SSR auf der Jubiläumskonferenz “Der Ort des Politischen in der digitalen Medienwelt” interviewt.

Martin meint: Unser Podcast-Interview gibt einen interessanten Blick auf den schweizerischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Spannend ist dabei Roger de Wecks Auffassung, dass das Internet nicht nur Hilfsmittel für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sein darf. Es muss stattdessen als Zukunft verstanden werden. Übrigens: Roger de Weck war um die Jahrtausendwende Chefredakteur der ZEIT.

Wie würde denn nun Wewetzer den Fakt kommentieren, dass eine Fliege nach einer Frau benannt wurde – und das nach einem ihrer geschlechtstypischen Merkmale?

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Über den Autor

Inga Zimmermann

Inga studiert an der Universität Aarhus in Dänemark European Studies (M.A.). Zuvor schloss sie ihren Bachelor in Sozialwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg ab. Ihre thematischen Schwerpunkte liegen in der soziologischen Betrachtung von Migration, Friedensforschung und Gender Studies.

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