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Interview mit Flattr Co-Gründer Linus Olsson: „Die Web-Riesen werden vermutlich Pläne für Micropayment haben“ [Deutsch]

You can find the English original here…

Flattr ist der derzeit weitverbreitetste Social Payment Dienst im Internet. Doch in den letzten Monaten sah es so aus, als würde Flattr nicht weiter wachsen. Einige Blogger sagen bereits, Flattr sei gescheitert. Ist das so? Wie steht es aktuell um den Dienst und was hat sich Flattr für die Zukunft vorgenommen? Sieht Flattr eine Gefahr in Google oder Facebook? Linus Olsson, Co-Gründer von Flattr, gab uns Antworten. Wir interviewten ihn per e-mail.

YOUdaz: Vor ein paar Monaten verabschiedete sich Flattr von der Grundregel „Give to get“, also der Bedingung selbst auch flattrn zu müssen, um aktive Buttons zu haben. Wie haben sich seitdem die Nutzerzahlen von Flattr entwickelt?

Flattr Co-Gründer Linus Olsson gab uns einige Antworten. Bild: Privat

Linus Olsson:  Wir haben seitdem, wie wir auch erwartet hatten, ein gesundes User-Wachstum gesehen. Naturgemäß ist die Zahl der neuen Nutzer, die Geld einzahlten, nur um in der Lage zu sein, Flattr-Klicks zu erhalten, zurück gegangen. Da aber eine größere Anzahl von Nutzern neu hinzugekommen ist, konnte das kompensiert werden.

In vielen Kommentaren hört man die pessimistische Einschätzung, Flattr würde sich nicht weiterentwickeln, viele Nutzer seien wieder abgesprungen. Gibt es denn viele Accounts, die von den Besitzern nicht mehr genutzt werden?

Wie bei fast jedem Dienst, haben auch wie einige Nutzer die unzufrieden sind und einige, die Flattr den Rücken kehren. Trotz alledem wachsen wir in einem guten Rahmen, besonders in Deutschland, unserem größten Markt.

In unseren Flattr-Charts gibt es einige Player, die regelmäßig vertreten sind. Neue Autoren oder Seiten tauchen jedoch selten auf und wenn, dann meist nur einmal. Wie steht ihr dazu, dass sich die Flattr-Klicks und Einnahmen auf einige wenige konzentrieren?

In der Tat: Einige Nutzer an der Spitze der Charts sind Monat für Monat die Selben, was ein guter Indikator dafür ist, dass Flattr für sie gut läuft. Wir sind stets auf Ausschau nach neuen inhaltlichen Feldern und Produzenten, für die Flattr funktioniert. Man kann daher davon ausgehen, dass die Dinge weniger statisch sein werden, wenn wir den Dienst weiter entwickelt haben. Wenn es zur Klick-Verteilung kommt, ist da eine Art „80 zu 20“-Regel, aber alles in allen gibt es einen sehr gesunden Long Tail.

Gibt es bekannte oder große Anbieter, von denen ihr wisst, dass sie in absehbarer Zeit Flattr nutzen wollen? Geht ihr auf solche Anbieter zu und wenn ja wie?

Wir sind in ein paar Diskussionen mit potentiellen Partnern, aber wir nennen keine Namen. Was Anbieter angeht, die bereits dabei sind, ist Golem.de zu nennen. Die sind eine der Seiten aus Deutschland, die kürzlich hinzugekommen sind.

Habt ihr neue Features in Planung und kannst du uns wenn ja dazu etwas verraten?

Wir möchten es für die Nutzer einfacher machen, Flattr-Buttons in ihre Blogs, Websites und Profile einzubauen. Daher könnt ihr bessere Beschreibungen und mehr Einbindungs-Möglichkeiten erwarten. Wir verbessern außerdem unsere API, um es leichter zu machen, Flattr in andere Dienste zu integrieren.

Derzeit seid ihr wenn man so will Marktführer im Bereich Social Payment. Wie hoch schätzt ihr die Chance ein, dass in absehbarer Zeit größere Anbieter, beispielsweise Facebook oder Google, mit ähnlichen Diensten in den Markt gehen?

Es ist eine knifflige Sache, die Pläne der Web-Riesen zu kommentieren. Die werden vermutlich Pläne für Micropayment haben, aber die haben auch einen Haufen anderer Dinge zu tun. Wir sind uns des Wettbewerbs und auch der größeren Mitstreiter bewusst, aber es ist am besten, wenn wir uns darauf konzentrieren, unsere Plattform zu vergrößern und unsere Nutzer zufrieden zu halten.

Eine letzte Frage: Was war die letzte Sache, die du geflattrt hast?

Alle meine Flattr-Klicks sind öffentlich auf meinem Profil einzusehen: http://flattr.com/profile/bonq

Vielen Dank!

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Über den Autor

Andreas Grieß

Andreas studiert an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus und ist als freier Journalist tätig. Er ist, wenn man so will, der Gründer von youdaz.com und beschäftigt sich unter anderen mit Medienwandel und dem Einfluss von Social Media. Homepage: www.andreasgriess.de Twitter: @youdaz

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