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Auf Schatzsuche im Datendschungel der Frankfurter Unfallstatistik

Von Thea Anders, Lena Sarika Feriduni, Yvonne Raßbach, Jan Schneider und Fabian Seidl

Das Suchen und Finden von Schätzen ist so eine Sache, denn die mühsame Jagd nach verborgenen Kostbarkeiten führt oft in unbekanntes Terrain. Findet sich die sagenumwobene Schatztruhe dann doch, stellt sich gleich das nächste Problem. Wie bekomme ich die verdammte Kiste auf?

Erste Geistesblitze

Ein riesiger Datensatz hat uns, fünf angehende Journalisten, vor genau diese Frage gestellt. Unsere ursprüngliche Idee zu Beginn: Wir recherchieren und korrelieren Daten von Blitzern, Unfällen und Geschwindigkeitszonen in Frankfurt, um herauszufinden, ob Blitzer wirklich an Unfallschwerpunkten eingesetzt werden oder einfach nur da, wo Geld gemacht werden kann.

Begonnen haben wir mit der Recherche von mobilen Blitzern im Netz. Diese Daten zu bekommen war noch recht einfach: blitzer.de stellte sie uns ganz unkompliziert zur Verfügung. Nach einigem Hin und Her bekamen wir außerdem vom ADAC die Abschleppdaten aus dem Jahr 2010. Parallel dazu fragten wir beim Polizeipräsidium in Frankfurt am Main nach einer Unfallstatistik für den Raum Frankfurt an. Die erste Auskunft ergab: Es gibt von der Polizei Hessen eine Art elektronische Steckkarte in der alle Unfälle aus dem Jahr 2010 verzeichnet sind. Und Bingo: Nach ein paar Wochen erhielten wir eine riesige Datei (190 MB) von der Verkehrsüberwachung. Das Dateiformat beinhaltete sogar die GPS-Koordinaten der Unfälle.

Sackgasse Bürokratie

Unseren Recherchen führten uns aber auch in die ein oder andere Sackgasse. Einige Institutionen erwiesen sich als sehr unbeweglich, hatten Bedenken, was den Datenschutz anging oder konnten bzw. wollten uns keine Auskunft geben. Außerdem versuchten wir, an die Tempolimits im Stadtgebiet Frankfurt  zu kommen. Die Idee: Wir scrapen die Daten aus einer Open-Street-Map. Aber auch hier kamen wir nicht weit: Da nicht für jeden Stadtteil bzw. jede Straße Tempolimits hinterlegt waren, konnten wir die Daten leider nicht gebrauchen.

Auch von den auf den ersten Blick vielversprechenden Daten vom ADAC mussten wir uns leider verabschieden. Zwar wären damit viele interessante Ansätze möglich gewesen: Welches Autofabrikat bleibt am häufigsten liegen? Oder: Müssen Offenbacher öfter abgeschleppt werden, als Frankfurter? Allerdings beinhaltete die Datei nur etwa 10% aller Unfälle von Motorrädern und PKW im Frankfurter Stadtgebiet – und somit waren die Ergebnisse nicht repräsentativ.

Wie im Märchen: mehr als 1001 Datensätze

Dagegen entpuppte sich die Datei von der Frankfurter Polizei bei genauerem Hinsehen als wahre Fundgrube: Tausende Datensätze warteten darauf, ausgewertet zu werden. Das war schwieriger, als wir zunächst dachten. Als Erstes mussten wir die für uns kryptischen Polizeikürzel entschlüsseln, um überhaupt zu wissen, welche Informationen wir genau vorliegen haben. Auch war der Umgang mit einer derart großen Anzahl von Datensätzen sehr schwierig – vor allem, da diese ja eigentlich noch mit weiteren Daten kombiniert werden sollten. Sogar die diversen Google-Tools gingen unter der riesigen Datei in die Knie.

Wir blieben dennoch hartnäckig, haben nicht aufgegeben und den Datenschatz schließlich geknackt. Was genau wir heraus gefunden haben, erfahren Sie Morgen an gleicher Stelle. Um keine falschen Erwartungen aufzubauen: Unsere Ausgangsfrage konnten wir nicht beantworten. Aber wir fanden andere, interessante Dinge heraus.

Über die Autoren:
Die Autoren sind alle Studenten an der Hochschule Darmstadt. Fabian Seidl studiert Wissenschaftsjournalismus. Thea Anders, Lena Sarika Feriduni, Yvonne Raßbach und Jan Schneider Online-Journalismus, die drei erstgenannten mit Schwerpunkt PR.

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